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kunsthorten"
startet heute bis zum 24. Oktober neues Projekt in Containern
- Thema: Reisen
Augen
zu - und ab zur fernen Wärme
Anschnallen
ist wohl nicht nötig. Aber zurücklehnen, tief durchatmen
und möglichst die Augen schließen wäre hilfreich, wenn
die Reise losgeht. Im Flugcontainer, der so wie die
ganze „Fernwärme"-Ausstellung auf dem Reinoldikirchplatz
von heute bis zum 24. Oktober in andere Welten entführt.
„Reisen
kann man auf viele Arten: Im Kopf, in Gedanken, in der
Welt...", sagt Christian Psyk, der gemeinsam mit Silvia
Liebig und Susanne Henning von „kunsthorten" die „Fernwärme"-Schau
organisiert hat. Er steht inmitten der goldgelben Container,
in denen diverse Künstler noch hämmern, kleben, aufstellen,
was ihnen zu dem Thema eingefallen ist. Thomas Autering
kann dem entspannt zusehen. Seine Bilder mit dem Titel
„Reisedokumente einer missglückten Mondlandung" hängen
bereits. Schwarz-weiß sind sie, mit ausgerissenen Papergesichtern
deren Augen durch Kreuzehen ersetzt sind; ein Bild erinnert
an kindlich papierene drei Grazien mit Gasmasken. Apollo
13 war Vorbild seiner szenischen Miniaturen - er hat
den damaligen Ablauf noch einmal recherchiert, um diese
Reise der besonderen Art „humorvoll" und bewusst „naiv-dümmlich"
umzusetzen. Noch ein wenig zu tun hat Susanne Henning,
die einer türkischen Freundin sozusagen die Einrichtung
geklaut hat: Die nämlich richtete sich in einem deutschen
Schrebergarten-Häuschen eine türkische Oase ein.„ Da
habe ich so viel Sehnsucht nach Heimat gespürt", erklärt
Henning den Bezug zur Fernwärme. Teppiche, einen kleinen
Tisch und die Original-Häkeldecke von Oma hat sie nun
im Container aufgebaut, zudem eine Soundcollage über
ihre Gedanken zu Anatolien erstellt. Und ab Montag fertigt
sie türkische Backwaren. Die Heimat in der Ferne, der
Bezug zu einfachen Dingen wie Grundnahrungsmitteln. Soziale Härte schwingt bei dem kleinen Raum mit, den
Thomas Wucherpfennig gestaltet: Unter die Decke hat
er das deutsche Einwanderungsgesetz geklebt, auf den
Boden die Genfer Konvention - unddazwischen unzählige
Asylanträge. Passend zum parallel laufenden • Armutsprojekt
„Arm in Arm" der Kooperationspartner AWO und Vereinigte
Kirchenkreise Dortmund. Zu einer inneren Reise derweil
lädt der „OnAirone Way"-Flugcontainer von den beiden
Dortmundern Richard Ortmann und Ralf R. Wassermann ein:
Vier echte Flugzeugsitze mit Kopfhörern führen zu vier
verschiedenen Destinationen.
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